aus der Praxis

Auf dieser neuen Seite möchten wir Hinweise und Tipps zur täglichen Praxis im Feld- und Ackerbau geben.

Grünland/Silage/Heu

Den Grundstein für einen guten Grünfutterertrag legt der Landwirt bereits bei der Aus- oder Nachsaat. Je nach Verwendung stehen Saatmischungen für Milchvieh- oder Pferdebetriebe, die sich nochmals in beweidete und unbeweidete Nutzung unterscheiden, zur Verfügung.

Bei Frost oder nach dem ersten Schnitt sollte ggf. eine Erhaltungskalkung erfolgen.
Die Frühjahrsdüngung sollte üppig ausfallen, um einen raschen und dichten Aufwuchs zu fördern. Besonders bewährt hat sich die organische Düngung mit Mist (siehe unten) oder Gülle bzw. Gärrest. Wichtig ist, das die Gülle nicht zu viele Feststoffe enthält, die auf der Grasnarbe liegen blieben und diese schädigen oder sogar zerstören können, andernfalls sind erhebliche Ertragseinbußen die Folge!

Der optimale Schnittzeitpunkt richtet sich nach der späteren Verwendung:

  • Anwelksilage für Viehbetriebe:
    Hier ist der Gehalt an Eiweiß und Zucker für die spätere Milchleistung das entscheidende Kriterium.
    Das bedeutet, es wird relativ junger Aufwuchs gemäht; dafür aber öfter, so dass 5 Schnitte als normal anzusehen sind. Gemäht wird in der Regel mit Zetter, 1 -2 mal gewendet, am Ende des zweiten, spätestens am dritten Tag wird abgeerntet.
    Bei hohen Erntemengen oder gutem Vorschub im Silo ist der Einsatz einer Häckselkette oder eines Silagewagens die erste Wahl.
    Fehlt es jedoch an Silokapazitäten oder ist der Vorschub nur gering, so dass es zu Anschnittverlusten kommt, ist die Ballensilage die sinnvolle und sogar günstigere Alternative. Ein Fahrsilo mit 6 m Breite und 2,5 m Höhe weist eine Anschnittfläche von 15 m² auf, die nach dem Anschnitt täglich mit Luft in Berührung kommt und nur durch die wieder davor gelegte Siloplane geschützt wird.
    Ein Quadersilageballen weist ein Fläche von ca. 8 m² auf, die allseitig durch 8 Lagen Folie sicher geschützt ist. Direkt nach dem Öffnen erfolgt die Verfütterung, so dass keine Verluste enstehen.
  • Pferdesilage/Heulage
    Hier ist der Anteil an alten Gräsern von entscheidender Bedeutung. Beim Gang durch die ungemähte Fläche muss sich Staub am Hosenbein bilden. Empfindliche Pferde neigen sonst zur Kotwasserbildung oder gar Koliken.
    Gemäht wird immer häufiger ohne Zetter, einerseits um der Verschmutzung des Futters vorzubeugen, andererseits um ggf. auch mal einen Regenschauer problemlos wegstecken zu können. Hier ist es jedoch wichtig, sofort nach dem Mähen mit dem Wenden zu beginnen. Des weiteren ist zu bedenken, dass das auf dem Boden liegende Gras viel Feuchtigkeit beinhaltet und dies durch Ausdünstungen aus dem Erdreich forciert wird. Das führt zu feuchtwarmen Bedingungen und somit zum schnellen Verderb des frischen Grasschnittes, den man durch zeitiges Wenden sicher verhindern kann. Pferdesilage/Heulage wird frühestens am dritten, aber nicht später als am vierten Tag abgeerntet.
    Gepresst werden Rund- oder Quaderballen und im direkten Anschluss erfolgt das Wickeln mit 8 Lagen 25µm Folie. Weniger Lagen oder die Verwendung dünnerer sogenannter ECO-Folie führen zu erheblichem Verlust an Futterqualität.
    Der Vorteil der eingewickelten Ballen liegt nicht nur in der Eignung für staubempfindliche Tiere, sondern auch in der einfachen Lagerung: Eine Miete am Feldrand oder im freien auf dem Hof ist problemlos möglich. Wichtig ist nur der Schädigung durch Vögel oder Nager vorzubeugen. Eine dicke Folie unter und ein geeignetes Netz über der Miete kosten nicht viel, sichern aber das teure Futter dauerhaft.
  • Hochwertiges Heu erhält man nach mindestens fünf Tagen, wobei an den letzten Tagen angelegte Nachtschwaden die Heuqualität enorm steigern.
    Zum Pressen von Quaderheuballen ist eine maximale Feuchte von 10% anzustreben, um einen „muffigen Geruch“ sicher zu verhindern.
    Heurundballen können auch schon ab 15% gelingen, wenn eine geeignete Presse verwendet und der Ballenkern lose=luftdurchlässig gepresst wird.

Reifendruck

Immer größere Maschinen verursachen immer mehr Bodenverdichtungen? Nein!
Durch großvolumige moderne Bereifungen verursachen die großen Schlepper häufig einen zum Teil deutlich geringeren Bodendruck. Nochmals wesentlich verbessert wird dieser Effekt durch Reduzierung des Luftdruckes auf ein Mindestmaß. Das ist häufig nicht möglich, da bei der Arbeit (z.B. Gülleausbringung) ständig zwischen schneller Straßenfahrt mit hohem Reifendruck und Ackerbetrieb mit geringem Druck gewechselt werden muss. Das ist vor allem bei schweren angehängten Geräten nicht ohne weiteres möglich, obwohl hier viel stärkere Verdichtungen enstehen als durch den Schlepper.
Die Lösung stellt eine Reifendruckregelanlage dar. Bei einem modernen Tandemgüllefass werden 10.000 Liter Luft benötigt, um den Reifendruck von 0,9 auf 3,5 bar zu erhöhen. Günstige Varianten, die den Schlepperkompressor zum Auffüllen nutzen, können deshalb nur als Hilfslösung angesehen werden.
Bei professionellen Systemen werden diese 10.000 Liter dank Schraubenkompressor innerhalb von nur 4 Minuten gefördert. Durch die vollelektronische Steuerung erfolgt die Umstellung auf Straßenfahrt und umgekehrt durch nur einen Tastendruck.

 

 MIST

Gemäß DüV ist das Ausbringen von Festmist von Huf-und Klauentieren vom 16. Januar bis 14. Dezember erlaubt.
Achtung: Unbedingt länderspezifische oder
regionale Ausnahmen beachten.

Bis Ende Februar ist die Verteilung auf Grünland anzustreben, um einer Verschmutzung der Grasnarbe vorzubeugen.
Die Bedenken, dass sich der Mist nicht bis zum Futterschnitt aufgelöst hat, sind unbegründet, wenn folgendes beachtet wird:

  • Ausstreuen bis Ende Februar erledigen
  • Das Streuwerk muss den Mist aggressiv zerreißen und fein verteilen können
  • Je verrotteter der Mist bereits ist, desto besser die Selbstauflösung
  • Im März die Flächen abschleppen, um ggf. grobe Rückstände zu verteilen

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unter
05203 – 917792 oder 0151 – 10751981 zur Verfügung.
Harald fein gezoomt

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